Das Argument, dass gesundes Essen einfach zu teuer ist, hat sicher jeder schon einmal gehört, wenn nicht sogar selbst ausgesprochen. Was genau ist gesunde Ernährung und ist sie wirklich so teuer?

Die zehn Regeln für gesunde Ernährung

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zehn Regeln für eine gesunde Ernährung aufgestellt:

  • eine vielfältige und abwechslungsreiche Ernährung
  • fünf Hände voll Obst und Gemüse am Tag
  • Vollkornmehl dem Weißmehl vorziehen
  • Milch-, Milchprodukte und Fisch als ergänzende Lebensmittel wählen
  • wenn Fett, dann am besten pflanzliches Fett
  • den Genuss an Zucker und Salz reduzieren
  • optimal: nur Wasser trinken
  • beim Garen die optimale Zeit nutzen: nicht zu lange und nicht zu kurz
  • sich bewusst Zeit für das Essen nehmen
  • sich ausreichend bewegen und das Gewicht im Auge behalten

Doch was kostet es, sich an diese Regeln zu halten, und ist es auch für Leute mit einem kleinen Budget möglich? Ein Reporter des NDR hat kürzlich den Selbstversuch gewagt und versucht, sich mit dem Budget eines Hartz-IV-Empfängers an die genannten Regeln zu halten.

Mit 34€ die Woche für gesunde Ernährung

Für Leute mit kleinem Budget ist vor allem eines wichtig: der Kostenvergleich von verschiedenen Lebensmittelgeschäften. Wer sich mit den Preisen in Supermärkten auskennt, weiß: Fertigprodukte sind oftmals günstiger als frische Produkte. So kostet zum Beispiel ein Apfelsaft weniger als ein einziger Apfel. Wer sich jedoch für den Saft entscheidet, verstößt gegen die Richtlinien der DGE. Der Reporter des NDR hat bereits nach dem dritten Tag alle Produkte, die zu einer gesunden Ernährung gehören, aufgebraucht. An den restlichen Tagen kann er sich nicht mehr vollwertig ernähren und wird zum Teil nicht einmal mehr satt.

Experten bestätigen was viele bereits wissen

Ernährungsexperten bestätigten dem Reporter, dass eine vielfältige und gesunde Ernährung tatsächlich nicht möglich ist. Da es nur begrenzt bezahlbares Obst und Gemüse gibt, werden Leute mit weniger Budget immer wieder auf dieselben Produkte zurückgreifen. Der sozial benachteiligten Bevölkerung ist also tatsächlich nur sehr begrenzt bis gar nicht möglich, sich gesund zu ernähren.